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Thementag „Walther von Seydlitz-Kurzbach, Widerstandskämpfer oder Verräter?“

Stolpersteine - Kurzvorträge - Ausstellung

Thementag - Walther v. Seydlitz

Walther von Seydlitz lebte als Kommandeur des Artillerieregiments 22 einige Jahre in Verden und war im gesellschaftlichen Leben der Stadt eine hoch angesehene Persönlichkeit.
Im 2. Weltkrieg nahm er an den Feldzügen gegen Frankreich und gegen die Sowjetunion teil. Er erlebte die Schlacht von Stalingrad mit und geriet danach in sowjetische Gefangenschaft. Hier schloss er sich dem „Bund Deutscher Offiziere“ an, der sich den Kampf gegen Hitler zum Ziel gesetzt hatte. W. v. Seydlitz wurde deshalb vom Reichskriegsgericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
Auch in der Sowjetunion wurde gegen ihn wegen seiner Teilnahme an dem Überfall auf die Sowjetunion ein Todesurteil gefällt.
Nach seiner Rückkehr als Spätheimkehrer 1955 nach Deutschland wurde er von vielen Seiten als „Verräter“ angesehen. Nicht nur er selbst, sondern auch seine Familie hatten unter der Ächtung zu leiden.
Andere würdigten seine Aktivitäten gegen Hitler. So wird er von der „Gedenkstätte' Deutscher Widerstand“ in Berlin als Widerstandskämpfer geführt.
In Verden gab es vor v. Seydlitz' ehemaligem Wohnhaus am Burgberg einen Stolperstein für ihn, der im Zuge der neuen Baumaßnahmen am Krankenhaus entfernt wurde.
Das doz20 hat nun die Verlegung eines neuen Stolpersteins am alten Ort für Freitag, den 9. September um 11:30 Uhr am Krankenhaus, vorbereitet. Dazu kommen Steine für seine Frau und seine Töchter, die im 3. Reich in Sippenhaft genommen worden waren und auch in der Zeit der Bundesrepublik geächtet blieben.

Ebenfalls an diesem Freitag,  9. 9. 2022, wird im Gymnasium am Wall ein Vortragsabend stattfinden.
Dargestellt werden in mehreren Kurzvorträgen:

-  v. Seydlitz ́ familiärer Hintergrund,
-  seine Jahre in Verden 1933 -1939,
-  seine Zeit im Krieg und in der Gefangenschaft 1939 – 1955,
-  die Ächtung der Familie.

Die Vorträge beginnen um 18.00 Uhr.

Ab 17.00 Uhr besteht die Möglichkeit, die AusstellungUnsere wahre Identität sollte vernichtet werden – Die nach dem 20. Juli 1944 nach Bad Sachsa verschleppten Kinder“ der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Stiftung 20. Juli 1944 im GaW zu besichtigen.

Der Eintritt zu dem Themenabend ist frei, Spenden werden gern entgegengenommen.
Ein Begleitheft zu dem Themenabend erscheint mit den Vorträgen und ergänzenden Materialien.

Das doz20 freut sich über eine zahlreiche Teilnahme interessierter Menschen aus Verden und umzu.